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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Auf dieser Seite beantworte ich Fragen, die mir häufig gestellt werden und die vielleicht auch Sie interessieren. Los geht's:


Wie kamen Sie zum Schreiben?

Ich kam zum Schreiben über das Lesen. Ich habe früh mit dem Lesen begonnen, schon als Fünfjähriger, und mich durch die örtliche Bibliothek durchgefressen. Auf die Idee, selber Geschichten oder gar Romane zu schreiben, bin ich aber nicht gekommen - auch später nicht, als ich schon Journalist geworden war. Alle, die sich das trauten, hatten meine große Hochachtung!

Nach einigen Jahren im Beruf ging ich noch einmal zum Studieren an die Uni und kam dort in Kontakt mit dem Thema Film. Den Ausschlag, ins fiktionale Schreiben einzusteigen, gab dann ein Drehbuch-Wettbewerb der Filmstiftung NRW, für den man einen Drehbuch-Entwurf und eine Probeszene einreichen sollte. Verblüffenderweise war ich einer der Preisträger, obwohl ich damals keine Ahnung hatte vom Drehbuchschreiben. Danach hatte ich ein halbes Jahr Zeit, dann musste ich zu meinem Entwurf ein fertig geschriebenes Drehbuch abgeben ...

Diese Monate waren der totale Drehbuch-Crash-Kurs! Das Drehbuch, das ich in dieser Zeit geschrieben habe, ist nie realisiert worden: zu intellektuell, zu aufwändig und teuer. Aber dafür hat "Requiem", so hieß das Buch, mir viele Türen geöffnet.


Hilft Ihnen Ihre Erfahrung als Drehbuchautor beim Schreiben Ihrer Romane?

Ja, auf jeden Fall!

Besonders hilfreich ist sicherlich das strukturierte Denken, das man als Drehbuchautor wieder und wieder trainiert. Bei einem Film nehme ich den Zuschauer an die Hand und führe ihn durch die Geschichte – und das ist auch bei einem Roman nicht schlecht, zumindest bei einem spannenden Roman.

Bedeutsam ist auch das bildliche Schreiben, das ja beim Drehbuchschreiben besonders entscheidend ist: Denn nur wenn es gelingt, eine Situation mit wenigen Worten möglichst plastisch darzustellen, kann sie der Regisseur auch zu entsprechenden Bildern umsetzen.

Außerdem hilft mir schlicht und einfach das jahrelange Schreibtraining. Und wichtig ist die Erfahrung, dass man durch beharrliches Weiterarbeiten und Umschreiben auch tatsächlich weiterkommt.



Wie lange schreiben Sie an einem Buch?

Immer viel zu lange! (Zumindest kommt mir das so vor.) An einem Roman für Erwachsene schreibe ich 8 bis 12 Monate, dazu kommt noch die Zeit der Recherche, die umso aufwändiger wird, je komplexer das Thema ist, das ich mir ausgewählt habe.

Für meinen Thriller „Zone 5“ zum Beispiel habe ich insgesamt fast zwei Jahre gebraucht, bis er fertig war! Und in dieser Zeit habe ich nichts anderes gemacht, als an diesem Buch zu arbeiten. Bei dieser Geschichte war das Thema derart vielschichtig, dass der Plot meiner Geschichte anfangs viel zu kompliziert war – ich wollte alles erzählen, und alles gleichzeitig. Erst nachdem ich Teile der Geschichte gerafft und andere auseinandergezogen habe, wurde die Handlung überschaubar und lesbar. Jetzt merkt man nicht mehr, wie komplex die Geschichte eigentlich ist, und das ist auch gut so. Denn es ist mir sehr wichtig, dass sich ein Buch bei allem Anspruch an den Inhalt gut und leicht lesen lässt.


Muss man von Politik Ahnung haben, um Ihre Thriller zu lesen?

Nein, überhaupt nicht. Alles, was für das Verständnis meiner Thriller wichtig ist, wird nach und nach erzählt. Meine Bücher werden von den Personen getragen, über die ich erzähle, und da tritt dann eben auch mal die Bundeskanzlerin auf. Das gibt all meinen Geschichte eine persönliche und auch sehr emotionale Note – und genau das ist gewollt. Letztlich möchte ich, dass die Leser und Leserinnen mit meinen Büchern spannende Stunden verbringen, um dann nach der Lektüre vielleicht noch ein wenig über das Thema nachzusinnen.


Wie sieht der Alltag Ihres Autorenlebens aus?

Bis neun Uhr gehört der Morgen der Familie, dann ist etwas Zeit zum Zeitunglesen (eine wichtige Recherchequelle!), je nach Arbeitsvorkommen mehr oder weniger. Dann geht es an den Schreibtisch, egal, wie ich drauf bin, und ich beginne mit der Überarbeitung des am Vortag Geschriebenen. Das hilft in der Regel, wieder in das Buch hineinzukommen.

Wenn es gut läuft, halte ich bis zwei oder drei Uhr am Nachmittag durch. Dann, nach einer Pause, wird das Telefon wieder angeschaltet, der zweite Computer mit dem E-Mail-Programm hochgefahren und die Post hereingeholt, und es wird alles erledigt, was aufgelaufen ist in den vergangenen Stunden.

Der Abend ab 18 Uhr gehört dann, wenn die Zeit es zulässt, wieder der Familie. In den Phasen kurz vor Abgabe eines Manuskripts kann es vorkommen, dass ich zu dieser Zeit wieder abtauche und mit dem Schreiben weitermache. Spät am Abend ist dann die Zeit des Denkens, da werden (häufig beim Zähneputzen) Lösungen für Probleme gefunden, die während des Schreibens im Laufe des Tages aufgekommen sind.

Und wo das Zähneputzen nicht hilft, da hilft meine Frau, die selber eine erfolgreiche Autorin ist und schon seit vielen Jahren meine Stoffe dramaturgisch betreut – ein Geschenk! So jemanden sollte jeder Autor, jede Autorin zu Hause haben!


Was macht einen guten Autor, eine gute Autorin aus?

Ein guter Autor - das ist zumindest meine Meinung - nimmt seine Leser ernst und weiß, für wen er schreibt und welche Erwartungen an ihn und an das Buch gestellt werden. Das heißt nicht, dass man sich anbiedern muss. Aber beim Schreiben eines Buches – egal, ob Roman oder Drehbuch – geht man mit dem Leser, dem Zuschauer eine Verabredung ein, und die muss man auch einhalten, zumindest, wenn man Erfolg haben möchte. Dies gilt für jedes Genre, vom Heftroman bis zur hohen Literatur.

Wichtig finde ich auch, dass ein Autor, eine Autorin das Handwerk beherrscht und in einer Sprache schreibt, die klug ist, ohne gekünstelt und selbstverliebt zu sein. Gut ist außerdem, wenn Autorinnen und Autoren ihren Lesern eine Erfahrung bieten, die neu ist. Die also nicht das Bestehende und Altbewährte wiederholen, sondern innerhalb des gewählten Genres die Grenzen ausloten und ein Stück weitergehen als zuvor. Das macht ein Buch für alle interessant: für den, der es schreibt, und für den, der es liest.


Welchen Roman lesen Sie gerade?

Da ich im Moment an meinem eigenen nächsten Buch schreibe, lese ich zurzeit keine Romane, um meinen Stil nicht zu verlieren. Ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich während einer Schreibphase ein Buch eines anderen Autoren lese, unbewusst beginne, dessen Schreibstil zu kopieren.


Welche Bücher lesen Sie gerne?

Bücher, die ich mag, müssen Futter für die Seele und für den Verstand sein. Nur spannend, das reicht mir nicht, und nur was für den Kopf, das ist ungenießbares Trockenfutter. Ich brauche was zum Mitfühlen und Mitdenken. Letztlich schreibe ich Bücher, die ich selber gerne lesen würde – das ist auch der einzige Weg, über ein Jahr lang Spaß an der Arbeit an einer Geschichte zu haben. Ohne das wäre es eine Qual.


Welcher Roman hat Sie am stärksten beeindruckt?

Mich haben immer schon Bücher fasziniert, die sich mit dem Zustand und der Zukunft unserer Gesellschaft auf der Erde auseinandersetzen. Das sind Klassiker wie Orwells „1984“ oder Huxleys „Brave new world“, aber zum Beispiel auch die Krimi-Reihe von Maj Sjöwall und Per Wahlöö, die in ihren Kommissar-Beck-Romanen die schwedische Gesellschaft der 70er Jahre detailreich portraitieren.

In meiner Jugend war ich zudem ein großer Fan von Herbert W. Franke, der bemerkenswerte Science-Fiction-Romane geschrieben hat, in denen Einiges von dem vorweggenommen wurde, was wir heute erleben. Beeindruckt haben mich auch die Bücher von Friedrich Dürrenmatt, insbesondere seine Krimis, die ich wegen ihrer pfiffigen Plots und wegen ihrer eindringlichen Sprache liebe. Große Hochachtung!


Welchen Rat haben Sie für angehende Autoren?

Beharrlich bleiben! Ich selbst habe nach meinem ersten Erfolg bei einem Drehbuchwettbewerb drei Jahre gebraucht, bevor ich mein erstes Drehbuch an das Fernsehen verkauft habe, und weitere vier Jahre, bevor ich vom Schreiben leben konnte.

Und: Keine Angst vor dem Überarbeiten, dem Wegwerfen, dem Neuschreiben! Gerade als Drehbuchautor lernt man, dass Schreiben Umschreiben bedeutet – ein quälender Prozess, der aber häufig zu etwas sehr viel Besserem führt.

So halte ich es auch als Romanautor, auch wenn es manchmal hart ist: Bei "Feuertaufe" habe ich nach langem Schreiben 30 wirklich spannende Seiten des Romans weggeworfen, weil ich gemerkt habe, dass der Plot mit diesen Figuren danach nichts mehr hergibt. War nicht schön für mich, aber dem Buch hat es gutgetan.

Hilfreich ist auch, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun. Dafür habe ich mit einer Reihe von Kolleginnen und Kollegen die Autoreninitiative  „Tatort Schreibtisch“ gegründet - einfach mal reinschauen!


Kann ich Ihnen meine Mitarbeit anbieten?

Sie könnten das tun, nur würde ich Ihr Angebot nicht annehmen. Das heißt nicht, dass ich Ihnen nicht zutraue, ein talentierter Autor oder eine gute Autorin zu sein. Der Grund ist ganz einfach: Ich arbeite als Romanautor nur selten mit Co-Autoren zusammen, weil ich mich auf meine eigenen originären Geschichten konzentrieren will, und jede fremde Geschichte stört mich dabei.

Beim Drehbuchschreiben ist das was anderes, dort schreibe ich häufiger mit einer Co-Autorin oder Entwickle mit einem Team von Autoren eine Serie oder einen Fernsehstoff. Doch die Kolleginnen und Kollegen, mit denen mich zusammentue, kenne ich schon sehr sehr lange, mit ihnen verbinden mich eine langjährige Freundschaft und viele gemeinsame Projekte.


Und wenn ich als Ghost-Writer für Sie schreibe?

Sorry, mit Ghost-Writern arbeite ich grundsätzlich nicht. Schreiben Sie lieber Ihr eigenes Buch, unter Ihrem eigenen Namen. (Sie dürfen mich wegen dieses Tipps natürlich jederzeit am finanziellen Erfolg ihres Bestselles beteiligen ... ;-)


Ich habe eine tolle Idee für ein Buch - soll ich Sie Ihnen zuschicken?

Nein, bitte nicht! Weder fühle ich mich berufen, Ihre Idee zu beurteilen, noch weiß ich, ob daraus ein Bestseller oder ein erfolgreiches Drehbuch wird. Außerdem ist es immer gefährlich, einem Autoren eine Idee zu verraten: Denn wenn sie gut ist, nistet sie sich in seinem Kopf fest, bis sie irgendwann herauskommt und verarbeitet wird ... also bringen Sie mich bitte nicht in Gefahr, dass mir das mit Ihrer Idee passiert!


Aber mein Manuskript kann ich Ihnen zusenden?

Nein, auch dafür bin ich nicht der richtige Adressat, zumindest nicht hier. Als Autor lese ich "mal eben zwischendurch" keine Manuskripte, Drehbücher oder Exposés, schlicht und einfach, weil mir die Zeit dazu fehlt, während ich an einem Buch oder Drehbuch arbeite.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Text gut ist und ob er eine Chance auf dem Buch- oder Drehbuchmarkt hat, dann empfehle ich Ihnen das  Autorenpaten-Programm von "Tatort Schreibtisch". Dort bieten Ihnen professionelle und erfolgreiche Autorinnen und Autoren Ihre Hilfe an oder beantworten Ihre Fragen. Auch ich bin dort als Autorenpate mit dabei, immer dann, wenn ich etwas Zeit habe.

Wenn Sie einen  Autorenpaten bei "Tatort-Schreibtisch" buchen, dann liest die Autorin oder Autor ihren Text, schätzt ihn ein und gibt Ihnen konkreten Rat, wo und wie Sie ihr Werk verbessern können. Das aber ist anspruchsvolle Arbeit, und die kostet Geld, darauf müssten Sie sich einstellen.

Dann wünsche ich Ihnen viel Glück bei Ihrem eigenen Buchprojekt!

Herzliche Grüße
Ihr
Markus Stromiedel